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| Reinhard Mey - Sei wachsam (live) |
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My favorite Song of Reinhard.
Lyrics:
Sei wachsam
Ein Wahlplakat zerrissen auf dem nassen Rasen,
Sie grinsen mich an, die alten aufgeweichten
Phrasen,
Die Gesichter von auf jugendlich gemachten
Greisen,
Die Dir das Mittelalter als den Fortschritt
anpreisen.
Und ich denk' mir, jeder Schritt zu dem
verheiß'nen Glück
Ist ein Schritt nach ewig gestern, ein Schritt
zurück.
Wie sie das Volk zu Besonnenheit und Opfern
ermahnen,
Sie nennen es das Volk, aber sie meinen
Untertanen.
All das Leimen, das Schleimen ist nicht länger zu
ertragen,
Wenn du erst lernst zu übersetzen, was sie
wirklich sagen:
Der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim
Arm:
Halt du sie dumm, -- ich halt' sie arm!
Sei wachsam,
Präg' dir die Worte ein!
Sei wachsam,
Fall nicht auf sie rein!Paß auf, daß du deine
Freiheit nutzt,
Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht
nutzt!
Sei wachsam,
Merk' dir die Gesichter gut!
Sei wachsam,
Bewahr dir deinen Mut.
Sei wachsam
Und sei auf der Hut!
Du machst das Fernsehen an, sie jammern nach
guten, alten Werten.
Ihre guten, alten Werte sind fast immer die
verkehrten.
Und die, die da so vorlaut in der Talk-Runde
strampeln,
Sind es, die auf allen Werten mit Füßen
rumtrampeln:
Der Medienmogul und der Zeitungszar,
Die schlimmsten Böcke als Gärtner, na wunderbar!
Sie rufen nach dem Kruzifix, nach Brauchtum und
guten Sitten,
Doch ihre Botschaft ist nichts als Arsch und
Titten.
Verrohung, Verdummung, Gewalt sind die Gebote,
Ihre Götter sind Auflage und Einschaltquote.
Sie biegen die Wahrheit und verdrehen das Recht:
So viel gute alte Werte, echt, da wird mir echt
schlecht!
Sei wachsam,
Präg' dir die Worte ein!
Sei wachsam,
Fall nicht auf sie rein!Paß auf, daß du deine
Freiheit nutzt,
Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht
nutzt!
Sei wachsam,
Merk' dir die Gesichter gut!
Sei wachsam,
Bewahr dir deinen Mut.
Sei wachsam
Und sei auf der Hut!
Es ist 'ne Riesenkonjunktur für Rattenfänger,
Für Trittbrettfahrer und Schmiergeldempfänger,
'ne Zeit für Selbstbediener und Geschäftemacher,
Scheinheiligkeit, Geheuchel und Postengeschacher.
Und die sind alle hochgeachtet und sehr anerkannt,
Und nach den schlimmsten werden Straßen und
Flugplätze benannt.
Man packt den Hühnerdieb, den Waffenschieber
läßt man laufen,
Kein Pfeifchen Gras, aber 'ne ganze Giftgasfabrik
kannst du kaufen.
Verseuch' die Luft, verstrahl' das Land, mach
ungestraft den größten Schaden,
Nur laß dich nicht erwischen bei Sitzblockaden!
Man packt den Grünfried, doch das Umweltschwein
genießt Vertrau'n,
Und die Polizei muß immer auf die Falschen drauf
hau'n.
Sei wachsam,
Präg' dir die Worte ein!
Sei wachsam,
Fall nicht auf sie rein!Paß auf, daß du deine
Freiheit nutzt,
Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht
nutzt!
Sei wachsam,
Merk' dir die Gesichter gut!
Sei wachsam,
Bewahr dir deinen Mut.
Sei wachsam
Und sei auf der Hut!
Wir ha'm ein Grundgesetz, das soll den Rechtsstaat
garantieren.
Was hilft's, wenn sie nach Lust und Laune dran
manipulieren,
Die Scharfmacher, die immer von der
Friedensmission quasseln
Und unterm Tisch schon emsig mit dem Säbel
rasseln?
Der alte Glanz in ihren Augen beim großen
Zapfenstreich,
Abteilung kehrt, im Gleichschritt marsch, ein Lied
und heim ins Reich!
„Nie wieder soll von diesem Land Gewalt
ausgehen!"
„Wir müssen Flagge zeigen, dürfen nicht
beiseite stehen!"
„Rein humanitär natürlich und ganz ohne
Blutvergießen!"
„Kampfeinsätze sind jetzt nicht mehr so ganz
auszuschließen."
Sie zieh'n uns immer tiefer rein, Stück für
Stück,
Und seit heute früh um fünf Uhr schießen wir
wieder zurück!
Sei wachsam,
Präg' dir die Worte ein!
Sei wachsam,
Fall nicht auf sie rein!Paß auf, daß du deine
Freiheit nutzt,
Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht
nutzt!
Sei wachsam,
Merk' dir die Gesichter gut!
Sei wachsam,
Bewahr dir deinen Mut.
Sei wachsam
Und sei auf der Hut!
Ich hab' Sehnsucht nach Leuten, die mich nicht
betrügen,
Die mir nicht mit jeder Festrede die Hucke voll
lügen,
Und verschon' mich mit den falschen Ehrlichen,
Die falschen Ehrlichen, die wahren Gefährlichen!
Ich hab' Sehnsucht nach einem Stück
Wahrhaftigkeit,
Nach 'nem bißchen Rückgrat in dieser
verkrümmten Zeit.
Doch sag die Wahrheit und du hast bald nichts mehr
zu lachen,
Sie wer'n dich ruinier'n, exekutier'n und mundtot
machen,
Erpressen, bestechen, versuchen, dich zu kaufen.
Wenn du die Wahrheit sagst, laß draußen den
Motor laufen,
Dann sag sie laut und schnell, denn das Sprichwort
lehrt:
Wer die Wahrheit sagt, braucht ein verdammt
schnelles Pferd.
Sei wachsam,
Präg' dir die Worte ein!
Sei wachsam,
Fall nicht auf sie rein!Paß auf, daß du deine
Freiheit nutzt,
Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht
nutzt!
Sei wachsam,
Merk' dir die Gesichter gut!
Sei wachsam,
Bewahr dir deinen Mut.
Sei wachsam
Und sei auf der Hut! Tags : Reinhard Mey Sei wachsam live Gitarre Liedermacher |
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Affichage : 337510
Durée : 516 s |
| Reinhard Mey - Zeugnistag (live) |
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Zeugnistag
Ich denke, ich muß so zwölf Jahre alt gewesen
sein,
Und wieder einmal war es Zeugnistag.
Nur diesmal, dacht' ich, bricht das Schulhaus samt
Dachgestühl ein,
Als meines weiß und häßlich vor mir lag.
Dabei war'n meine Hoffnungen keineswegs hoch
geschraubt,
Ich war ein fauler Hund und obendrein
Höchst eigenwillig, doch trotzdem hätte ich nie
geglaubt,
So ein totaler Versager zu sein.
So, jetzt ist es passiert, dacht' ich mir, jetzt
ist alles aus,
Nicht einmal eine 4 in Religion.
Oh Mann, mit diesem Zeugnis kommst du besser nicht
nach Haus,
Sondern allenfalls zur Fremdenlegion.
Ich zeigt' es meinen Eltern nicht und unterschrieb
für sie,
Schön bunt, sah nicht schlecht aus, ohne zu
prahl'n!
Ich war vielleicht 'ne Niete in Deutsch und
Biologie,
Dafür konnt' ich schon immer ganz gut mal'n!
Der Zauber kam natürlich schon am nächsten
Morgen raus,
Die Fälschung war wohl doch nicht so geschickt.
Der Rektor kam, holte mich schnaubend aus der
Klasse raus,
So stand ich da, allein, stumm und geknickt.
Dann ließ er meine Eltern kommen, lehnte sich
zurück,
Voll Selbstgerechtigkeit genoß er schon
Die Maulschellen für den Betrüger, das
mißrat'ne Stück,
Diesen Urkundenfälscher, ihren Sohn.
Mein Vater nahm das Zeugnis in die Hand und sah
mich an
Und sagte ruhig: „Was mich anbetrifft,
So gibt es nicht die kleinste Spur eines Zweifels
daran,
Das ist tatsächlich meine Unterschrift."
Auch meine Mutter sagte, ja, das sei ihr
Namenszug.
Gekritzelt zwar, doch müsse man versteh'n,
Daß sie vorher zwei große, schwere
Einkaufstaschen trug.
Dann sagte sie: „Komm, Junge, laß uns geh'n."
Ich hab' noch manches langes Jahr auf Schulbänken
verlor'n
Und lernte widerspruchslos vor mich hin
Namen, Tabellen, Theorien von hinten und von vorn,
Daß ich dabei nicht ganz verblödet bin!
Nur eine Lektion hat sich in den Jahr'n
herausgesiebt,
Die eine nur aus dem Haufen Ballast:
Wie gut es tut, zu wissen, daß dir jemand
Zuflucht gibt,
Ganz gleich, was du auch ausgefressen hast!
Ich weiß nicht, ob es Rechtens war, daß meine
Eltern mich
Da rausholten, und wo bleibt die Moral?
Die Schlauen diskutier'n, die Besserwisser
streiten sich,
Ich weiß es nicht, es ist mir auch egal.
Ich weiß nur eins, ich wünsche allen Kindern auf
der Welt,
Und nicht zuletzt natürlich dir, mein Kind,
Wenn's brenzlig wird, wenn's schiefgeht, wenn die
Welt zusammenfällt,
Eltern, die aus diesem Holze sind. Tags : Reinhard Mey Zeugnistag live Liedermacher |
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Affichage : 165052
Durée : 306 s |
| Reinhard Mey - Das Narrenschiff (live) |
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Das Narrenschiff
Das Quecksilber fällt, die Zeichen stehen auf
Sturm,
Nur blödes Kichern und Keifen vom Kommandoturm
Und ein dumpfes Mahlen grollt aus der Maschine.
Und rollen und Stampfen und schwere See,
Die Bordkapelle spielt „Humbatäterä",
Und ein irres Lachen dringt aus der Latrine.
Die Ladung ist faul, die Papiere fingiert,
Die Lenzpumpen leck und die Schotten blockiert,
Die Luken weit offen und alle Alarmglocken
läuten.
Die Seen schlagen mannshoch in den Laderaum
Und Elmsfeuer züngeln vom Ladebaum,
Doch keiner an Bord vermag die Zeichen zu deuten!
Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken,
Die Mannschaft lauter meineidige Halunken,
Der Funker zu feig' um SOS zu funken.
Klabautermann führt das Narrenschiff
Volle Fahrt voraus und Kurs auf's Riff.
Am Horizont wetterleuchten die Zeichen der Zeit:
Niedertracht und Raffsucht und Eitelkeit.
Auf der Brücke tummeln sich Tölpel und
Einfaltspinsel.
Im Trüben fischt der scharfgezahnte Hai,
Bringt seinen Fang ins Trockne, an der Steuer
vorbei,
Auf die Sandbank, bei der wohlbekannten
Schatzinsel.
Die andern Geldwäscher und Zuhälter, die warten
schon,
Bordellkönig, Spielautomatenbaron,
Im hellen Licht, niemand muß sich im Dunkeln
rumdrücken
In der Bananenrepublik, wo selbst der Präsident
Die Scham verloren hat und keine Skrupel kennt,
Sich mit dem Steuerdieb im Gefolge zu schmücken.
Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken,
Die Mannschaft lauter meineidige Halunken,
Der Funker zu feig' um SOS zu funken.
Klabautermann führt das Narrenschiff
Volle Fahrt voraus und Kurs auf's Riff.
Man hat sich glatt gemacht, man hat sich
arrangiert.
All die hohen Ideale sind havariert,
Und der große Rebell, der nicht müd' wurde zu
streiten,
Mutiert zu einem servilen, gift'gen Gnom
Und singt lammfromm vor dem schlimmen alten Mann
in Rom
Seine Lieder, fürwahr: Es ändern sich die
Zeiten!
Einst junge Wilde sind gefügig, fromm und zahm,
Gekauft, narkotisiert und flügellahm,
Tauschen Samtpfötchen für die einst so scharfen
Klauen.
Und eitle Greise präsentier'n sich keck
Mit immer viel zu jungen Frauen auf dem Oberdeck,
Die ihre schlaffen Glieder wärmen und ihnen das
Essen vorkauen.
Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken,
Die Mannschaft lauter meineidige Halunken,
Der Funker zu feig' um SOS zu funken.
Klabautermann führt das Narrenschiff
Volle Fahrt voraus und Kurs auf's Riff.
Sie rüsten gegen den Feind, doch der Feind ist
längst hier.
Er hat die Hand an deiner Gurgel, er steht hinter
dir.
Im Schutz der Paragraphen mischt er die gezinkten
Karten.
Jeder kann es sehen, aber alle sehen weg,
Und der Dunkelmann kommt aus seinem Versteck
Und dealt unter aller Augen vor dem Kindergarten.
Der Ausguck ruft vom höchsten Mast: Endzeit in
Sicht!
Doch sie sind wie versteinert und sie hören ihn
nicht.
Sie zieh'n wie Lemminge in willenlosen Horden.
Es ist, als hätten alle den Verstand verlor'n,
Sich zum Niedergang und zum Verfall verschwor'n,
Und ein Irrlicht ist ihr Leuchtfeuer geworden.
Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken,
Die Mannschaft lauter meineidige Halunken,
Der Funker zu feig' um SOS zu funken.
Klabautermann führt das Narrenschiff
Volle Fahrt voraus und Kurs auf's Riff. Tags : Reinhard Mey Das Narrenschiff live Gitarre Liedermacher |
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Affichage : 185117
Durée : 356 s |
| Reinhard Mey - Wenn ich betrunken bin (live) |
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Wenn ich betrunken bin
Wenn ich betrunken bin, dann merkt man das nicht
gleich:
Mein Redefluß wird glatt und meine Sprache
blumenreich,
Ich fang nicht an zu nerven und aus der Rolle zu
fallen,
Ich fang nicht an zu labern, zu krakeelen und zu
lallen.
Dann schwinden ganz allmählich meine
Gleichgewichtsstörungen,
Der Nebel in mir lichtet sich, ich red mit
Engelszungen.
Dann find ich all die Worte, die mir fehlen
haargenau,
Dann sprech ich schön, wie Dagmar Berghoff einst
in der Tagesschau
Und was ich sag hat Hand und Fuß und Kopf und
einen Sinn,
Wenn ich betrunken bin.
Wenn ich betrunken bin, dann such ich keinen
Streit,
Dann kommt mein bess'res Ich, das alles versteht
und verzeiht.
Ich werde nicht beleidigend, ich muß auch nicht
rumpöbeln,
Brauch nicht zu grapschen und wildfremde Leute zu
vermöbeln.
Dann wird der inn're Schweinehund zur inn'ren
Schweinehündin,
Der dunkelste Abgrund in mir zur lichtesten
Abgründin.
Dann bricht das Gute aus mir raus, das sich schon
lang aufstaut,
Dann halt ich auch die andre Backe hin, wenn einer
haut.
Dann wird die Niete, die mich vollquatscht doch
noch ein Gewinn,
Wenn ich betrunken bin.
Wenn ich betrunken bin - da merkst du nichts davon
-
Dann seh nur ich den kleinen Mann mit dem
Akkordeon
Der spielt so überirdisch schön, so rein und so
kristallen
Da muß ich wie ein Schloßhund heuln und fast ins
Koma fallen.
Und dann seh ich ein Rudel Fabeltiere mich
umringen,
Ein Dutzend haar'ge Burschen, die aus voller Kehle
singen,
'Nen schleppend, schleim'gen Schlager, ja,
tatsächlich, vor mir stehn
Zwölf Yetis und brummen: Ich hab Reinhold Messner
gesehn..."
Manchmal glaub ich, ich seh zuviel, manchmal glaub
ich, ich spinn!
Wenn ich betrunken bin.
Wenn ich betrunken bin, werd ich aufklärerisch,
Dann sitz ich mit Admiral van Snyder am selben
Tisch
Mit Winterbottom, Pommeroy, Sir Toby und es kostet
Mich ein Lächeln zuzugeben, daß mein
Intimpiercing rostet.
Dann geb ich meine Unzulänglichkeiten zu vor
allen:
Ja, seht mich an, mir ist mein Soufflé
zusammengefallen!
Dann sprech ich offen aus, was keiner sich zu
sagen traut:
Ich steh gar nicht auf Sushi, ja ich hab
Orangenhaut,
Und Grass kann ich nicht lesen! Ja, das ist alles
in mir drin.
Wenn ich betrunken bin.
Wenn ich betrunken bin, dann werde ich ganz still,
Dann schaue ich nach innen und da seh ich, was ich
will.
Dann lächl' ich scheinbar grundlos und dann steh
ich kerzengrade
Die Erdenschwere an den Füßen und spüre die
Gnade:
Ich brauch, um irgendwann beseelt unter den Tisch
zu sinken,
Weil ich naturbetrunken bin, überhaupt nichts zu
trinken.
Vielleicht bin ich, wie Obelix als Kind in
Zaubertrank
Hineingefallen und das hält jetzt vor, ein Leben
lang?
Manchmal bin ich in Wirklichkeit stocknüchtern in
mir drin
Wenn ich betrunken bin. Tags : Reinhard Mey Wenn ich betrunken bin live Liedermacher |
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Affichage : 175592
Durée : 303 s |
| Reinhard Mey - Das Meer |
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Die Musik habich von einer Kassette aufgenommen:
"Reinhard Mey BALLADEN"
Das Video hab ich selbst geschnitten. Fast alles
nur Amateurfilmchen aus youtube.
Arbeitszeit: Ein langweiliger Sonntag.
lyrics:
Der Wind hat gedreht, und die Flut kommt herein,
Dunkelgrau mit einem silbrigen Schein,
Und über die Mole, da fliegt schon die Gischt,
Wenn die Welle aufläuft und die Brise auffrischt.
Mit einem Mal füll'n sich die Priele im Sand,
Und über den kahlen, verlassenen Strand
T,eibt der Wind trock'ne Algen und Schaum vor sich
her.
Es ist da, das gewaltige, ewige Meer.
Auf hellem Türkis tanzen glitzernde Lichter,
Auf teerschwarzer Brandung weiß schäumende Wut.
Es hat tausend Farben und tausend Gesichte,
Im ewigen Wechsel von Ebbe und Flut.
Erfüllt von Geschichten aus uralten Tagen,
Beladen mit Spuk und Spökenkiekerei'n,
Umwoben von Märchen, Legenden und Sagen.
Wieviele Geheimnisse schließt es wohl ein?
Wie vielen bedeutet es Leben und Brot?
Ein paar starke Arme, ein Netz und ein Boot,
Das braucht's, damit keiner, je Not leiden muß,
Das Meer schenkt uns Nahrung im Überfluß.
Wie vielen bedeutet es Arbeit und Lohn,
Handwerk überliefert vom Vater zum Sohn,
Wie viele Seeleute haben ihr Geschick
Auf Gedeih und Verderb mit dem Meer verstrickt?
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Wieviele Boote und Schiffe mag es wohl tragen,
Zu dieser Stunde auf dem Erdenrund?
Und wieviele schlafen, von Stürmen zerschlagen,
Mit Schätzen beladen tief auf seinem Grund?
Es ist Kommen und Gehn, es ist Nehmen und Geben,
Und wie die Gezeiten, unstet wie der Wind.
Es ist zärtlich nd grausam, ist Tod und ist
Leben.
Und es läßt uns erahnen, wie winzig wir sind.
Wir bringen ihm einen erbärmlichen Dank.
Die Pflanzen zerstört und das Seegetier krank,
Was da kreuchte und fleuchte verendet im Teer,
Wir, verseuchen das Meer und mißhandeln es
schwer.
Die Ufer verpestet und übel schimpfiert,
Von Zimmervermietern zubetoniert,
Von Pissbuden und Imbißständen gesäumt,
Doch es kommt ein. Flut, die das alles wegräumt!
Und tobend und tosend schlägt es an die Klippe.
Mit ungebrochener Urgewalt,
Ich schmecke den salzigen Staub auf den Lippen,
Nein, das Meer das ergibt sich uns wohl nicht so
bald!
Wie wir es vergiften, mißachten und schänden,
Wir stören nicht lange sein Gleichgewicht.
Es wird uns nur abschütteln von seinen Stränden,
Wir brauchen das Meer doch das Meer braucht uns
nicht! Tags : Reinhard Mey das meer sea storm tsunami bay watch pollution |
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Affichage : 81972
Durée : 227 s |
| Reinhard Mey - Viertel vor sieben (live) |
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Viertel vor sieben
Dunkle Regenwolken sind aufgezogen,
Die Dämmerung fällt auf einmal ganz schnell.
Überm Stahlwerk flackert blau der Neonbogen,
Die Fenster im Ort werden hell.
„Wo hast du dich nur wieder rumgetrieben,
Zieh die klatschnassen Schuh' erstmal aus!"
Manchmal wünscht' ich, es wär' noch mal viertel
vor sieben
Und ich wünschte, ich käme nach Haus!
Und es soll Sonnabend sein und es soll Topfkuchen
geben
Und der soll schon auf dem Küchentisch stehn
Und eine Kanne Kakao und meine Tasse daneben
Und ich darf die braune Backform umdrehn.
Schokoladenflocken mit der Raspel gerieben
In der Schaumkrone meines Kakaos.
Manchmal wünscht' ich, es wär' noch mal viertel
vor sieben
Und ich wünschte, ich käme nach Haus!
Ein Brief zwischen Zeitung und Werbung im Kasten
Erschüttert dein Fundament:
Anna und Hans, die so gut zusammenpaßten,
Haben sich einfach getrennt.
Wie hast du sie beneidet, zwei, die sich so
lieben!
Und plötzlich ist doch alles aus.
Manchmal wünscht' ich, es wär' noch mal viertel
vor sieben
Und ich wünschte, ich käme nach Haus!
Und Vater soll im Wohnzimmer Radio hör´n
In den steinalten Grundig versenkt.
Und die Haltung sagt mir: Bloß jetzt nicht
stören!
Und wenn er den Blick auf mich lenkt,
Mit der vorwurfsvoll'n Geste die Brille
hochschieben,
„Menschenskind, wie siehst du wieder aus!"
Manchmal wünscht' ich, es wär' noch mal viertel
vor sieben
Und ich wünschte, ich käme nach Haus!
Das Fell wird dünner und leerer der Becher,
Der Zaubertrank wirkt nur noch schwer.
Der Kummer ist tiefer, der Trost scheint
schwächer,
Und es heilt nicht alles mehr.
Wo ist meine Sorglosigkeit geblieben,
Was machte Erkenntnis daraus?
Manchmal wünscht' ich, es wär' noch mal viertel
vor sieben
Und ich wünschte, ich käme nach Haus!
Nur einen Augenblick noch mal das Bündel ablegen
Und mit argslosem Übermut,
Durch dunkle Wege, der Zuflucht entgegen
Und glauben können: Alles wird gut!
Manchmal wünscht' ich, die Dinge wär'n so
einfach geblieben
Und die Wege gingen nur gradeaus,
Manchmal wünscht' ich, es wär' noch mal viertel
vor sieben
Und ich wünschte, ich käme nach Haus! Tags : Reinhard Mey Viertel vor Sieben live Gitarre Liedermacher |
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Affichage : 130073
Durée : 318 s |
| Über den wolken Reinhard Mey, !Ich kann (Live) 2006 |
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Muziek van Reinhard Mey, met foto's gemaakt
tijdens onze vlucht van Dublin naar Brussel.
Tekst:
Wind Nord/Ost Startbahn null drei,
Bis hier hör' ich die Motoren.
Wie ein Pfeil zieht sie vorbei,
Und es dröhnt in meinen Ohren,
Und der nasse Asphalt bebt.
Wie ein Schleier staubt der Regen,
Bis sie abhebt und sie schwebt
Der Sonne entgegen.
Über den Wolken muß die Freiheit wohl grenzenlos
sein.
Alle Ängste, alle Sorgen, sagt man,
Blieben darunter verborgen und dann
Würde, was uns groß und wichtig erscheint,
Plötzlich nichtig und klein.
Ich seh' ihr noch lange nach,
Seh' sie die Wolken erklimmen,
Bis die Lichter nach und nach
Ganz im Regengrau verschwimmen.
Meine Augen haben schon
Jenen winz'gen Punkt verloren.
Nur von fern klingt monoton
Das Summen der Motoren.
Dann ist alles still, ich geh',
Regen durchdringt meine Jacke,
Irgend jemand kocht Kaffee
In der Luftaufsichtsbaracke.
In den Pfützen schwimmt Benzin,
Schillernd wie ein Regenbogen.
Wolken spiegeln sich darin.
Ich wär gern mitgeflogen. Tags : reinhard mey über den wolken sjekje dublin vliegtuig ryanair clouds |
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Affichage : 62392
Durée : 236 s |
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